Die Arten des Beweises

Als Beweis gilt der Personal- und der Sachbeweis.Beiden Arten werden bestimmte Beweismittel zugeordnet. Als Sonderform wird das sogenannte Alibi beschrieben.

1. Personalbeweis

  • zugeordnet sind die Beweismittel Sachverständiger, Zeuge und i.w.S. Beschuldigter
  • Personalbeweise werden durch Vernehmung erhoben
  • Personalbeweise sollen das Gericht durch ihren Aussageinhalt überzeugen.
  • Beweismittel ist hier stets ein Mensch, damit ist der Personalbeweis also subjektiv, immer abhängig von den individuellen Fähigkeiten der Wahrnehmung und Reproduktion sowie von der Wahrhaftigkeit der Aussage
  • Fehlerquellen des Personalbeweises

2. Sachbeweis

  • zugeordnet sind die Beweismittel Augenschein und Urkunde
  • Die Sache oder Sachgegebenheit spricht losgelöst vom Tathergang für sich selbst und lässt für einen am Tathergang Unbeteiligten Schluss auf den Tathergang zu
  • Der Sachbeweis ist ein naturwissenschaftlich geführter Beweis
  • Die Beweisführung stützt sich auf materielle Spuren/Gegenstände.
  • Ist dadurch gekennzeichnet, dass eine Sache/Sachgegebenheit, losgelöst vom Tathergang, aus sich selbst spricht oder für einen Unbeteiligten Schlüsse auf den Tathergang zulässt
  • Beachte die Besonderheit des direkten und des indirekten Beweises

3. Alibibeweis (Sonderform)

  • Nachweis der persönlichen Abwesenheit vom Tatort zur Tatzeit. Siehe auch Verdachtslehre!

siehe auch Beweismittel

Der Augenschein


Sinnliche Wahrnehmung durch eine Person zur Feststellung von Tatsachen.

Augenschein bedeutet dabei aber nicht nur betrachten. Jegliche Sinneswahrnehmung (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen) wird hierunter verstanden.

Der Augenschein ist in allen Verfahrens- und Prozessordnungen geregelt.

Besondere Form ist der richterliche Augenschein, der nach allen Gerichtsordnungen zulässiges Beweismittel (Strengbeweis) ist. Der Augenscheinsbeweis besteht darin, dass sich der Richter oder ein von ihm beauftragter Dritter durch die sinnliche Wahrnehmung einen Eindruck von der Existenz eines Menschen oder der Beschaffenheit einer Sache verschafft, die Lage von Gegenständen feststellt oder die Verhaltensweise eines Menschen beobachtet.

Das alles kann auch außerhalb des Gerichtssaals stattfinden (z. B. die Besichtigung eines Tatortes).

Auch Vorgänge und Experimente können Gegenstand des Augenscheinsbeweises sein (z.B. Fahrversuche, die Rekonstruktion des Tatverlaufs). Selbst die Obduktion fällt hierunter.

Der Urkundsbeweis (Urkunde)

ein Beweismittel, das in jeder Verfahrensordnung vorgesehen ist

 jedes Schriftstück, das einen verlesbaren Gedankeninhalt aufweist

Er wird dadurch geführt, dass eine Urkunde in der Verhandlung verlesen wird.

Der Zeugenbeweis

Anerkanntes Beweismittel, bei dem eine Person über wahrgenommene Tatsachen Auskunft erteilt.

Grundlage der Beweiserhebung sind die konkreten, subjektiven Wahrnehmungen des Zeugen (sinnlich erfahrene Tatsachen). Wobei eigene Beurteilungen, Erfahrungen, Schlussfolgerungen oder Wertungen des Zeugen keine Beweiskraft haben.

Zeugnispflicht besteht für jeden, der der deutschen Gerichtsbarkeit unterworfen ist. Zeugnisverweigerungsrecht haben insbesondere nahe Angehörige

Die Richtigkeit der Zeugenaussage wird vom Gericht im Rahmen der Beweiswürdigung beurteilt, wobei es sowohl auf die Glaubwürdigkeit des Zeugen als auch auf die Glaubhaftigkeit der Aussage ankommt.

Siehe auch "Der Zeuge"