Beweislehre

Die Beweisführung ist Aufgabe des Kriminalisten. Es gilt über Sach- und Personalbeweise festzustellen, dass eine oder mehrere Personen zweifelsfrei durch ihr Handeln (Tun oder Unterlassen) Tatbestandsmerkmale eines Strafgesetzes verwirklicht haben.

Beweisen heißt,…
dem beurteilenden Gericht einen Sachverhalt so darzustellen, dass ein vernünftiger Zweifel an dem angenommenen Tatgeschehen nicht möglich ist.

Aufgabe der Prozessbeteiligten

  1. Staatsanwalt
  2. Verteidiger

(Polizei hat für die StA Hilfsfunktion beim Beschaffen geeigneter Beweismittel)


Der Beweis geschieht über die Beweismittel Zeuge, Sachverständiger und Beschuldigter (Personalbeweis) und Augenscheinsobjekt und Urkunde (Sachbeweis).


Historische Anmerkung: 

J.C.A. Mittermaiers Lehre vom Beweise (1834)
Die grundlegenden Beweismöglichkeiten haben in der Rechtswissenschaft eine lange Tradition. Bereits Mittermaier hat 1834 die wichtigen Beweisklassen, wie sie heute noch Gültigkeit haben, dargestellt:
  • Beweis durch Augenschein
  • Beweis durch Sachverständige
  • Beweis durch Geständnis
  • Beweis durch Zeugen
  • Beweis durch Urkunden
  • Beweise durch Zusammentreffen von Nebenumständen
  • wechselseitige Unterstützung mehrerer Beweisquellen oder von dem zusammengesetzten Beweise unvollständigen Beweise
Siehe auch Geschichte der Kriminalistik



weitere Informationen finden Sie auf folgenden Internetseiten:

ZDF
Prof. Dr. Helmut Rüßmann (Universität des Saarlandes) 

weiterführende Literatur

  • Engisch, Karl (1956). Einführung in das juristische Denken. Stuttgart: Kohlhammer.Haft, Fritjof (2001). Aus der Waagschale der Justitia. Ein Lesebuch aus 2000 Jahren Rechtsgeschichte. München:  Beck im dtv.
  • Strömholm, Stig (dt. 1991, engl. 1985). Kurze Geschichte der abendländischen Rechtsphilosophie. München: UTB Vandenhoeck.
  • Zippelius, Reinhold (1973). Das Wesen des Rechts. Eine Einführung in die Rechtsphilosophie. München: C.H. Beck.
  • Iwin, A.A. (dt. 1975, russ. 1970). Grundlagen der Logik von Wertungen. Berlin: Akadamie.
  • Kalinowski, Georges (1973). Einführung in die Normenlogik. Studien und Texte zur Theorie und Methodologie des Rechts. Frankfurt: Athenäum.
  • Kutschera, Franz von (1982). Grundlagen der Ethik. Berlin: de Gruyter.
  • Zippelius, Reinhold (1974). Einführung in die juristische Methodenlehre. München: C.H. Beck. [darin: Kap. V:  Logischer Kalkül und Datenverarbeitung im Recht, S. 112-121]
  • Kilian, Wolfgang (1973). Juristische Entscheidung und elektronische Datenverarbeitung. Beiträge zur juristischen Informatik. o. O.: Toeche-Mittler.
  • Klug, Ulrich (1982). Juristische Logik. Berlin: Springer.
  • Tammelo, Ilmar  & Schreiner, Helmut (1974). Grundzüge und Grundverfahren der Rechtslogik 1. München: UTB.

Kriminologie

  • Schneider, Hans Joachim (2001). Kriminologie für das 21. Jahrhundert. Schwerpunkte und Fortschritte der internationalen Kriminologie. Münster: LIT-Verlag.
  • Schwind, Hans-Dieter (10.A. 2000). Kriminologie. Eine praxisorientierte Einführung mit Beispielen. Heidelberg: Kriminalistik-Verlag.

Kriminaltechnik:

  • Ackermann, R. (2000). Handbuch der Kriminalistik. Stuttgart: Boorberg.
  • Bässler, G. (2001). Humanbiologische Spuren. Sicherung, Nachweis und Analyse in Kriminaltechnik und forensischer Medizin. Heidelberg: Kriminalistik-Verlag.
  • Huelke, H.H. (1965). Spurenkunde. Hamburg: Kriminalistik.
  • Thorwald, Jürgen (1965). Das Jahrhundert der Detektive. Weg und Abenteuer der Kriminalistik. Stuttgart: Europäischer Buch- und Phonoklub.
  • Zirk, Wolfgang & Vordermaier, Gottfried (1998). Kriminaltechnik und Spurenkunde. Lehrbuch für Ausbildung und Praxis. Stuttgart: Boorberg.

Sachverhaltsermittlung und Beweislehre

  • Bender, R.; Nack, A.; Röder, S. (1995, 2.A.).  Tatsachenfeststellung vor Gericht. Bd. 1 Glaubwürdigkeits- und Beweislehre; Bd. 2 Vernehmungslehre, 2. A. München: C.H. Beck.
  • Bohne, Gotthold (1948). Zur Psychologie der richterlichen Überzeugungsbildung. Köln: Universitätsverlag Pick.
  • Döhring, E. (1964). Die Erforschung des Sachverhalts im Prozeß. Berlin: Duncker & Humblot.
  • Greger, Reinhard (1978). Beweis und Wahrscheinlichkeit. Das Beweiskriterium im Allgemeinen und bei den sogenannten Beweiserleichterungen. Köln: Heymanns.
  • Hilgendorf, E. (1993). Der Wahrheitsbegriff im Strafrecht am Beispiel der strafrechtlichen Aussagetheorien (§ 153 ff. StGB). Goltdammer's Archiv für Strafrecht, 547-559.
  • Mittermaier, C.J.A. (1834). Die Lehre vom Beweise im deutschen Strafprozesse nach der Fortbildung durch Gerichtsgebrauch und deutsche Gesetzbücher in Vergleichung mit den Ansichten des englischen und französischen Strafverfahrens. Darmstadt: Heyer's Verlagsbuchhandlung.
  • Nell, Ernst Ludwig (1983). Wahrscheinlichkeitsurteile in juristischen Entscheidungen. Dissertation an der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Bayreuth. Berlin: Duncker & Humblot.
  • Rüßmann, Helmut (1987). Zur Mathematik des Zeugenbeweises. In Festschrift für Heinrich Nagel, 1987, S. 329 bis 351. In der Symbolik veränderte Internet-Version.
  • Schultz, Joachim (1992). Sachverhaltsfeststellung und Beweistheorie. Elemente einer Theorie strafprozessualer Sachverhaltsfeststellung. Köln: Heymanns.