2. Verbrechensbekämpfung auf nationaler und internationaler Ebene

Die Verbrechensbekämpfung findet in unserer globalisierten Welt auf nationaler, wie auch auf internationaler und europäischer Ebene statt. Einer transnationalen Kriminalität kann man, wenn überhaupt, nur mit einer transnational agierenden Verbrechensbekämpfung begegnen.

Hier kommt u.a Interpol zum Einsatz.

Grenzübergreifende Kriminalitätsbekämpfung ist die Hauptaufgabe dieser internationalen Polizeiorganisation. Seit 1989 hat die "Internationale Kriminalpolizeiliche Kommission", so der offizielle Name, ihren Sitz im französischen Lyon und wenn nationale Strafverfolgung an ihre Grenzen stößt, etwa durch die Flucht eines Täters ins Ausland, kommt Interpol zum Einsatz. Im Gegensatz zu vielen Darstellungen haben Behörden wie Europol und Interpol keine eigenen "Agenten", die Verbrecher in fremde Länder verfolgen und selbstständig ermitteln oder festnehmen. Sie koordinieren nur die Zusammenarbeit nationaler Ermittler.

mehr zu Interpol

Aber auch das United Office on Drugs and Crime (UNODOC) befasst sich mit der Bekämpfung des internationalen Verbrechens.

Ebenfalls den vereinten Nationen zugehörig ist das UNITED NATIONS INTERREGIONAL CRIME AND JUSTICE RESEARCH INSTITUTE (UNICRI).

Auf europäischer Ebene gibt es ebenfalls eine Reihe von Organisationen und Gremien, wie

das Schengener Informationssystem (SIS)

Das Schengener Informationssystem (SIS) ist eine nichtöffentliche Datenbank, in der Personen und Sachen eingetragen sind, die im Schengen-Raum zur Fahndung ausgeschrieben sind. Zugriffsberechtigt sind nur Sicherheitsbehörden in Schengen-Ländern. Rechtsgrundlage ist das Schengener Durchführungsübereinkommen (SDÜ) und die dazugehörigen Durchführungsvereinbarungen.

Europol

Mit Rechtsakt des Europäischen Rates vom 26. Juli 1995 über die Fertigstellung des Übereinkommens über die Errichtung eines Europäischen Polizeiamtes (Europol-Übereinkommen)  errichtet der Rat das Europäische Polizeiamt (Europol).

Ziel von Europol ist es, die polizeiliche Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten zur wirksamen Bekämpfung von Terrorismus, illegalem Drogenhandel und sonstigen schwerwiegenden Formen internationaler Kriminalität zu intensivieren. Die Mitgliedstaaten richten nationale Stellen ein, die das Bindeglied zwischen Europol und den für die Bekämpfung von Kriminalität zuständigen nationalen Behörden bilden.

mehr zu Europol

EURODAC

EURODAC soll ein AFIS-System (AFIS = Automatische Fingerabdruck-Identifizierungs-System) aller EU-Mitgliedstaaten werden. Hier sollen zentral alle Fingerabdruckblätter der Deliktsbereiche "Illegaler Aufenthalt/Einreise" und "Verstöße gegen das Asylgesetz" elektronisch gesammelt werden.Ziel ist die Einrichtung eines Systems für den Vergleich von Fingerabdrücken von Asylbewerbern und illegalen Einwanderern zwecks Erleichterung der Anwendung des Dubliner Übereinkommens, welches die Bestimmung des für die Prüfung eines Asylantrags zuständigen Mitgliedstaats ermöglicht.

(Verordnung Nr. 2725/2000 des Rates vom 11. Dezember 2000 über die Einrichtung von „Eurodac" für den Vergleich von Fingerabdrücken zum Zwecke der effektiven Anwendung des Dubliner Übereinkommens [Amtsblatt L 316 vom 15.12.2000])

und eine Fülle von bilateralen Kooperationsformen.

Auf nationaler Ebene muss neben den internationalen Verpflichtungen das Zusammenspiel der 16 Landespolizeien, der 16 Landeskriminalämter und weiterer Einrichtungen und Behörden organisiert werden.

Das Bundeskriminalamt (BKA) ist die Informations- und Kommunikationszentrale der deutschen Polizei auf Bundesebene.

Alle wichtigen Meldungen über Straftaten und Straftäter, die nicht nur lokalen oder regionalen Charakter haben, werden dem BKA übermittelt. Die Daten werden in elektronischen Systemen gespeichert. Dem Bundeskriminalamt steht der zentrale Fahndungscomputer der deutschen Polizei.
Rund um die Uhr gibt er im einstelligen Sekundenbereich Auskunft. Wer wird gesucht? Wonach wird gefahndet? Ob Funkstreife vor Ort oder Grenzkontrolle an einem deutschen Flughafen: Eine Anfrage an INPOL, das Fahndungssystem der deutschen Polizei, gibt verlässliche Antwort. Besteht ein Haftbefehl? Fahndet das Ausland? Liegt der Verdacht der Zugehörigkeit zu einer kriminellen Organisation vor? Ist der Wagen gestohlen?

Daneben gibt es auf Bundesebene noch das Zollkriminalamt (ZKA), die Direktionen Verbrechensbekämpfung der Bundespolizei(BPol) und das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV).

Auf Landesebene existieren darüber hinaus 16 Landespolizeien, 16 Landeskriminalämter und 16 Ämter für Verfassungschutz.